Alle Beiträge für: Mai 2013

“Zufrieden sind wir noch lange nicht”

Ausrichter der Burgstädter Kulturtage war nach 2012 zum zweiten Mal der Kulturverein. Mit dem Vorsitzenden Volker Uhlich sprach Ute Ihle.

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Wie sieht der Vergleich der diesjährigen Kulturtage gegenüber 2012 aus?

Volker Uhlich: Um eine abschließende Bilanz ziehen zu können, müssen wir uns erst noch in der kommenden Woche mit allen Beteiligten zusammensetzen. Doch so viel kann ich jetzt schon sagen: Wir hatten wesentlich mehr Resonanz bei manchen Veranstaltungen als im vorigen Jahr. Waren wir damals an der Freilichtbühne als Vereinsmitglieder quasi noch unter uns, als die Jugendbläser-Philharmonie Thum spielte, haben wir in diesem Jahr rund 100 Gäste gezählt, als die Bigband des Musikvereines Geithain auftrat. Aber zufrieden sind wir noch lange nicht. Wir haben viel zu tun, um uns mit den Kulturtagen wieder einen Namen zu machen.

Neun Veranstaltungen an elf Tagen – gemessen an der Fülle der einstigen Kulturwoche ist das wesentlich weniger geworden.

Ja. Aber man muss bedenken, dass wir das alles ehrenamtlich organisieren, dass wir ja auch noch unsere Berufe haben und nicht zuletzt in den Mitteln beschränkt sind.

Wie finanzieren Sie die Veranstaltungen?

Aus Mitteln des Vereins. Wir gehen in Vorleistung und hoffen, durch die drei Euro Eintritt der Besucher einen Teil der Kosten decken zu können. Die Stadtverwaltung unterstützt uns sehr, von ihr bekommen wir Sach- und Arbeitsleistungen.

Wie sehen die Pläne für die 20. Kulturtage 2014 aus?

Es gibt bereits Vorstellungen. Aber bei etlichen Veranstaltungen muss aus einer Idee noch ein Konzept werden. Auf alle Fälle wollen wir die historische Arztpraxis neu eröffnen, Ausstellungen mit Musik zusammenbringen und auch die Freilichtbühne wieder mit ins Geschehen einbeziehen.

Quelle: Freie Presse
Foto: Ute Ihle

Burgstädter Kulturtage: Erst ein Wasserbad vollendet das Kunstwerk

Brenntechnik für Keramik stand im Mittelpunkt – Deshalb lautete das Motto der Veranstaltung “Burgstädt brennt”

Burgstädter Kulturtage

Burgstädt. Burgstädt. Nicht die Stadt sollte am Samstag in Flammen aufgehen. “Burgstädt brennt” bezeichnete vielmehr einen Aktionstag auf dem Markt, bei dem unter anderem die Technik des keramischen Raku-Brandes gezeigt wurde. Die Vorführung des Raku-Brandes – organisiert von der Kreativitätsschule des Kulturvereins – war eines der Glanzlichter des vorletzten Tages der 19. Burgstädter Kulturtage.

“Manche unserer Aktiven haben auf diesen Tag hingearbeitet”, berichtete Rosemarie Drews, Chefin der “Galerie Art Forum”. Sie hatten halb fertige, vorgebrannte Arbeiten mitgebracht, die in einer unscheinbar wirkenden Blechtonne und in mit Holzwolle gefüllten Eimern vollendet wurden. “Raku-Brand hat etwas mit chemischen Reaktionen zu tun”, erklärte Dietmar Beyer aus Chemnitz, der den Besuchern in seiner mobilen Keramikwerkstatt die Technik erläuterte. Zunächst werden die Objekte vorgebrannt und glasiert. Bei 1000 Grad wird die Glasur geschmolzen. Die noch rot glühenden Arbeiten kommen dann in ein Bad aus Holzspänen, die sich entzünden und durch Sauerstoffentzug die für die japanische Technik typischen Schwärzungen, Risse und Farbänderungen hervorrufen. Das Publikum staunte. “Ich finde es klasse, dass das hier so gezeigt wird”, freute sich Petra Hammer, die mit Mütze und Hitzeschutzhandschuhen “ihre Werke” veredelte.

Auch die Programmpunkte “Bilder malen nach Bob Ross” und “Gemüseschnitzen” hatten ihren Ursprung in Angebote der Kreativitätsschule des Kulturvereins. Während Ralf Schletter zeigte, wie wenige Pinselstriche benötigt werden, um ein Ölgemälde anzufertigen, präsentierte Sandy Haase gesunde Köstlichkeiten. Unterstützt von einem Burgstädter Biohof zeigte sie, das auf einem Buffet zur gestalterischen Hauptsache werden kann, was im Alltag vielen eher nebensächlich erscheint: das Gemüse. Ausklingen ließ eine Reihe Besucher den Tag bei “James Bond”-Musik und -Filmausschnitten im “Dämmerschoppen” in der Herrenstraße.

Der Kulturverein Burgstädt war zum zweiten Mal Ausrichter der Kulturtage. Er hatte deren Organisation für 2012 erstmals übernommen. Das Programm hatte vor dem Aus gestanden, als sich der Kulturbund in seiner damaligen Form aufgelöst hatte. (mit gp)

Quelle: Freie Presse
Foto: Andreas Seidel

Neue Ausstellung: “SOLOSHOW”

Am 02.05.2013 wurde mit viel Besucherinteresse in der Galerie ART FORUM die “SOLOSHOW“ von Mizzi Schnyder eröffnet.

Es handelt sichBild_Ausstellung_Mizziy Schnyder um eine begehbare Textilcollage basierend auf der Krabat-Sage. Im Rundgang werden vier Schlüsselszenen für das Publikum erlebbar. Die Arbeit entwickelt sich im Dialog mit den BetrachterInnen. Dabei ist die räumliche Szenerie als Denkangebot zu verstehen, eine eigene Geschichte zu entwickeln. Unterstützend dazu werden Materialien für den Rundgang bereitgestellt. Die Mitarbeiterinnen der Galerie stehen ebenfalls gern für Fragen zur Verfügung.
Anlässlich der Eröffnung der Burgstädter Kulturtage wurde die Arbeit vor Ort für die Galerie angefertigt. Die in Wien lebende Künstlerin MIZZI SCHNYDER ist die Enkelin der verstorbenen Burgstädter Ehrenbürgerin Ilse Reisch, die von der Gründung des Kulturbundes Burgstädt unmittelbar nach dem Krieg bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 einen unvergleichlichen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt geleistet hat und insbesondere auch als Kunsterzieherin das weitere Leben und die Sicht auf die Dinge mehrerer Generationen von BurgstädterInnen geprägt hat.